Shoptest – aus Fehlern lernen

Posted on Okt 13 2014 - 5:00pm von Lars

Höher, schneller, weiter – Unternehmen investieren viel in das Wachstum Ihrer Shops. Mehr Links, frischer Content, mehr Produkte und immer aufwendigere Werbeformen nebst großflächiger Verbreitung über diverse Social-Kanäle prägen das tägliche Arbeitspensum.

 

Häufige Fehler bei Online Shops

Shopfehler - Onlineshop im Test / Falsch einrichten

Umsatzverlust durch Fehler im Shop

 

Die Basis – der eigentliche Shop – wird dabei häufig vernachlässigt, nicht hinterfragt und nicht durch feste Prüfketten getestet. Tests zeigen, dass lange Ladezeit, eine unverständliche Suchfunktion oder ein komplizierter Bestellvorgang das Bestellverhalten massiv beeinflussen. Während Supermärkte seit Jahren die Ausrichtung Ihrer Ladengeschäfte nebst Anordnung der Lebensmittel erforschen und auf Studien zurückgreifen, starten Shopbetreiber oft im Blindflug und wollen das Internet für sich und die Kundschaft neu erfinden. Allein Kleinigkeiten wie die wahllose Ausrichtung und Farbwahl der „Jetzt Bestellen“-Buttons frustrieren die Käufer und senken den eigenen Umsatz.

An dieser Stelle werde ich regelmäßig Fehler aus der Praxis aufzeigen:

 

Unbekannte Produkte

Unbekannte Produkte ohne Foto

Fehlendes Produktbild

Otto.de lädt zum Rätseln ein. Welchen Artikel der Kunde für 24,99 € erwerben kann, wird er spätestens im Januar 2014 erfahren – dann ist der unbekannte Artikel erst lieferbar. Leere Artikel sind ein weit verbreitetes Problem und nehmen durch den automatischen Import von Produktlisten stetig zu. Hier sind Contentmanager gefragt, welche nach festen Kriterien den Artikelstamm filtern. In diesem Fall „Artikel ohne Produktfotos“. Dieser Artikel wird keinen Käufer finden, sondern lediglich Aufmerksamkeit sammeln und Unsicherheit produzieren.

 

Pflichtangaben – Freiwillige Angaben

Freiwillige Angaben sind Pflicht

Freiwillig oder Pflicht?

Die Grafik zeigt eine Abfrage der Zeitschrift Geo.de. Die Abfragen 7 und 8 sind deutlich als „Freiwillige Angabe“ gekennzeichnet, müssen aber für einen Abschluss ausgewählt werden, was durch ein Hinweis-Popup bekräftigt wird. Ohne vollständige Beantwortung der freiwilligen Angaben lässt sich der „Weiter-Button“ nicht verwenden. Auf die rechtlichen Bestimmungen, welche Daten in welchem Umfang abgefragt und Verarbeitet werden dürfen, werde ich an gesonderter Stelle eingehen.

 

Altersempfehlung – Sicherheitshinweis

Kleinkindspielzeug nicht für Kleinkinder geeignet

Altersempfehlung für Spielzeug

Toysrus.de macht die Verwirrung perfekt und liefert gleich vier Positionen zwecks Altersempfehlung. Altersempfehlungen sind gerade für Personen, die Geschenke suchen und keine Kinder im gesuchten Alter haben, eine Erleichterung, welche gerne angenommen wird. Leider fehlt vielen Shops, auch wenn sie den Fokus auf Spielzeug legen, eine Filtermöglichkeit für das entsprechende Alter.

 

Produktfotos

Falsches Produktfoto

Bürostuhl mit und ohne Armlehnen

TopdeQ.de lässt seine Kunden raten – Armlehnen oder nicht? Unnötige Nachfragen, hohe Retourenquoten und unzufriedene Kunden sind die Folge von mangelhaften Produktfotos. Branchenerfahrene Contentmanager sind das beste Mittel gegen solche Fehler.

 

 

Navigation

Schlechte Webseitennavigation

Versteckte Navigation

Blomusdirekt.de versteckt seine weiteren Produkte und verzichtet damit auf die Möglichkeit, dass der Kunde diese kaufen kann. Gerade Kleinigkeiten, wie der Verweis auf weitere Seiten, können sich auf den Umsatz auswirken bzw. helfen, dass die Kunden ihr gesuchtes Produkt finden und nicht beim Mitbewerber weitersuchen.

 

 

Warenkorb

Warenkorb anklicken

Warenkorb anklicken

Amazon.de lässt seine Produkte im Warenkorb nicht anklicken und verhindert damit den schnellen Blick in die Produktbeschreibung. Sicherlich sollte jede Ablenkung im Warenkorb vermieden werden, um ein Abspringen zu verhindern, aber viele Konsumenten benötigen noch einen abschließenden Blick auf das Produkt, um sich in der Kaufabsicht zu bestätigen. Sowohl Produktbild als auch Produkttext sollten im Warenkorb mit einem Klick zur Artikelseite führen.

 

 

Sicherheitssiegel

Werben mit Siegeln

Werben mit Trusted Shops

bauer-plus.de möchte das Vertrauen seiner Besucher gewinnen und wirbt daher mit dem Sicherheitssiegel von „Trusted Shops“. Allerdings kann diese vertrauensbildende Maßnahme schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn das Siegel einer Überprüfung nicht Stand hält. Bei diesem Muster erhält die Kundschaft die Meldung, dass das Zertifikat aktuell nicht gültig sei.

Siegel ist nicht gueltig kein Schutz

Trusted Shops Siegel ist aktuell nicht aktiv

 

 

Preisauszeichnung

Mondpreis

Badehose zum Mondpreis

Neckermann.de bietet seiner Kundschaft Badehosen für 2.799,-€ an – alternativ für 96,78 € pro Monat. In diesem Fall ist ein Contentmanager gefragt, welcher den Artikelstamm nach Ausreißern filtert. Bekleidung in dieser Preisklasse ist im Massenmarkt unüblich und ein verrutschtes Komma müsste routinemäßig auffallen.

 

Falscher Preis

Schuhe zum Luxuspreis

Amazon.de sucht ebenfalls Kundschaft für fehlerhafte Preise. Amazon hat es deutlich schwerer Ausrutscher zu filtern, da über den Marktplatz auch Fremdanbieter ihre Produkte einspeisen. Auch 2013 ist es bei vielen Shopbetreibern bzw. Marktplatzhändlern noch üblich, nicht lieferbare Produkte mit Mondpreisen auszuzeichnen, um einen Kauf zu verhindern, anstatt die Artikel aus dem Sichtbereich zu entfernen oder entsprechend zu kennzeichnen. Dennoch wären Ausrutscher in dieser Höhe durch Amazon leicht zu identifizieren.

 

 

Sortierfunktion

Falsche Preissortierung

Fehlerhafte Preissortierung

Breuninger.com hat ein weit verbreitetes Problem: die Sortierfunktion arbeitet nicht wunschgemäß. Anstatt „Preis aufsteigend“ werden die Produkte wahllos angezeigt.

 

Frauenkleidung fuer Maenner Sortierung defekt

Frauenkleidung für Männer

brands4friends.de hat ebenfalls Probleme mit der Sortierfunktion. Dass hier Damenkleidung in der Männerrubrik auftaucht, dürfte aber keinen technischen Hintergrund haben, sondern ein Zeichen von fehlerhafter Datenpflege sein.

 

 

Werbepreise

Gutschein ohne Wert

Gutschein ohne Ersparnis

Posterxxl.de wirbt mit einem Gutschein. Die Ersparnis beträgt 0,-€. Gutscheine sind ein weites Feld, welches ich gesondert und ausführlich beschreiben werde. In jedem Fall sollte ein Gutschein nach der Aktivierung sowohl technisch als auch optisch auf die gewünschte Wirkung überprüft werden.

Platzhalter

Platzhalter im Text nicht klickbar

Textlücke in der Beschreibung

Wohnen.de liefert einen typischen Fall von vergessenem Platzhalter. In einem Unternehmen sind mehrere Stellen mit der Pflege des Shops betraut, was zwangsweise dazu führt, dass es zu Verzögerungen in der Bearbeitung sowie zu ungeklärten Fragen kommt. So und auf anderen Wegen gelangen immer wieder Lücken und Platzhalter in den Livebetrieb. Nebenbei sollte das Siegel von „Trusted Shops“ nicht wie in diesem Muster nur als Grafik eingebunden werden, sondern auch klickbar sein. In Zeiten von gefälschten Siegeln sollte dem Kunden schnell und direkt die Möglichkeit gegeben werden, die Gültigkeit zu überprüfen.

 

 

Preis über UPE

Preis hoeher als UVP

Preis über UPE

Quelle.de bietet diesen Briefkasten über seinen Marktplatz deutlich oberhalb der UPE an. Zwar steht das „U“ für unverbindlich, aber ein Abweichen sollte nur in Form einer Preisreduzierung erfolgen. Ob gewollt oder durch einen Fehler kommt diese Preisverschiebung häufiger vor als allgemein angenommen wird.

 

Hinweis

Shops unterliegen ständigen Bewegungen, welche sich auch in den gezeigten Mustern widerspiegeln. Viele Beispiele besitzen nur eine kurze Lebenszeit, eignen sich aber auch darüber hinaus zur Veranschaulichung. Aus diesem Grund werden auch alte Versäumnisse aufgelistet.

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