baumarktdirekt.de, hagebau.de und gartenhelden.de im Blick

Posted on Okt 14 2014 - 6:02pm von Lars
Teile vom baumarktdirekt.de Logo.

Quelle: baumarktdirekt.de

Bei der Mobile Business Conference unterhielt ich mich unter anderem mit Oliver Breitfeld über den Baumarkt Onlinehandel. Oliver ist bei baumarktdirekt.de bzw. im Konzernumfeld hagebau.de, otto.de und gartenhelden.de beschäftigt. Ich versprach ihm einen typischen Contentfehler im Shop aufzuzeigen und gebe ihm in diesem Artikel noch einige Denkanstöße mit auf den Weg.

 

 

 

1. Content Management – Produktbeschreibung

Als Fehlerbeispiel für die Produktbeschreibungen habe ich eine Spielturm-Serie gewählt, welche im Shopverbund sehr präsent beworben wird.

Gartenhelden.de bewirbt den Basis Turm fälschlicherweise mit dem Hinweis „inklusive blauer Wellenrutsche“.

Auf dem Bild wird fälschlicherweise ein Spielturm inkl. Rutsche beworben

Quelle: gartenhelden.de
Fälschlich „inklusive blauer Wellenrutsche“

hagebau.de und otto.de geben die Beschreibung richtig ohne Rutsche aus – baumarktdirekt.de gibt dagegen neben der fälschlichen Rutsche noch ein nicht vorhandenes rotes Steuerrad an.

baumarktdirekt.de wirbt fälschlicherweise mit einer blauen Rutsche nebst rotem Steuerrad

Quelle: baumarktdirekt.de
Fälschlich mit Rutsche und rotem Steuerrad

Der Fehler dürfte in dem Versuch liegen, die Katalogbeschreibung auf den Shop zu übertragen. Im Katalog (Seite 276 – Herbst/Winter 2014) erhält diese Spielturmserie typischerweise einen Artikelplatz, in dem das Produkt durch verschiedene Erweiterungen den persönlichen Wünschen angepasst werden kann.

Entgegen des Katalogs wird im Shop die Strategie der Masse verfolgt und jede Erweiterung als eigenständiges Produkt geführt. Bei den hier aufgeführten Fehlern handelt es sich eigentlich um den Versuch, die weiteren Varianten vorzustellen. Spätestens bei dem roten Steuerrad ist durch den erneuten Absatz kein Zusammenhang mehr zum Set erkennbar. In der Praxis ist der Verbraucher in vielen Fällen an fehlerhafte Beschreibungen gewöhnt (sofern er sie überhaupt liest) und orientiert sich mehr an den Bildern, aber es gilt, jede unnötige Retoure (insbesondere bei hohen Transportkosten) zu vermeiden.

Gezeigt wird die Katalogansicht von einem Spielturmset

Quelle: hagebau.de
Ansicht vom Spielturm im Katalog

 

1.1 Bilder müssen zum Artikel passen

Vorhandene Produktmerkmale müssen auf den Produktfotos erkennbar sein. Im Shopverbund wird die Variante „mit Rutsche – inkl. rotem Steuerrad und 2 blauen Handgriffen (ohne Schaukel)“ angeboten, weder Steuerrad noch Handgriffe werden allerdings bebildert. Für den Verbraucher ist daher unklar, ob dieses Zubehör wirklich inklusive oder nur fälschlicherweise erwähnt ist. Bei der Version „mit Rutsche und Schaukel werden dagegen sowohl das Steuerrad als auch die Handgriffe aufgezeigt (Darstellung ist verbesserungswürdig).

Produktbild von einem Spielturm. Das Bild im OTTOshop zeigt weder das Steuerrad noch die Handgriffe

Quelle: otto.de
Produktbild zeigt weder Steuerrad noch Handgriffe

1.2 Klare und richtige Angaben

Das folgende Bild zeigt die Beschreibung der Version „mit Rutsche und Doppelschaukel. Kennen Sie die naturbelassene Kesseldruckimprägnierung? Können Sie die Außenmaße mit Sicherheit bestimmen? Nehmen Sie sich einen Moment Zeit.

Die Beschreibung für einen Spielturm mit Rutsche und Schaukel ist unklar verfasst

Quelle: hagebau.de
Unklare Spielturm Beschreibung

Es folgt das passende Produktbild. Im ersten Moment dürfte man zu der Überlegung kommen, die doppelten Außenmaße nebst doppelter Podesthöhe würden mit der zusätzlichen Doppelschaukel in Verbindung stehen. Schaut man allerdings genauer auf das Bild, fällt schnell ins Auge, dass die Schaukel nicht höher als der eigentliche Turm ist. Worauf zielt die zweite Podesthöhe ab?

Produktbild von einem Spieltrum. Bemängelt wird die unklare Beschreibung

Quelle: hagebau.de
Bild zur unklaren Spielturm Beschreibung

Sie haben eine Erklärung? Leider falsch, bei den doppelten Angaben handelt es sich um die Abmessungen von einem gänzlich anderen Produkt, nämlich dem größeren „Hummel 2. Konzernübergreifend wird der Interessent auf allen Plattformen falsch informiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Käufer eine falsche Vorstellung erhält, falsche Vorbereitungen trifft(Fundament) oder das gesamte Produkt retourniert, ist entsprechend hoch.

Hummel 2“ ist auf dem folgenden Bild zu sehen.

Gezeigt wird das Produktfoto Hummel2 mit Rutsche und Schaukel

Quelle: hagebau.de
Produktbild Hummel 2

1.3 Ausführliche Angaben

Unabhängig von den falschen Angaben sind die Produktbeschreibungen sehr knapp. Um im Vorfeld ein Podest zu erstellen, einen Fallschutz auszulegen oder generell das Platzangebot zu prüfen, müsste ich z.B. wissen, ob sich die Abmessungen auf den Dachstand oder den Sockel beziehen bzw. einen Fundamentplan (auf der Herstellerseite zu finden) einsehen. Gleiches gilt für die Höhe der Schaukel oder den Landepunkt der Rutsche. Ebenfalls sollte die Altersempfehlung nebst zulässigem Personengewicht aufgeführt werden. Auch die im Katalog dargestellte lange Garantiezeit nebst dem „Made in Germany“-Hinweis ist online nicht zu finden.

Ein weiteres Beispiel ist die Höhenangabe des Sandkastens, welche der Besucher konzernübergreifend für die Basisversion nicht erfährt. Erst bei den höherpreisigen Versionen mit extra Zubehör (oder im Katalog) wird die Höhe mit „inkl. 14 cm hohem Sandkasten“ angegeben. Dafür wird nur bei der Basisvariante der Sandkasten als optional dargestellt, wohingegen die höherpreisigen Artikel nur ein Bild mit fest installiertem Sandkasten zur Verfügung stellen. Ich erwähne dies, da der Sandkasten mit der geringen Höhe und begrenzten Möglichkeit zur Abdeckung für mich persönlich gegen einen Kauf spricht – die Verdeutlichung durch das zweite Bild bzw. eine Texterwähnung, dass der Turm auch ohne Sandkasten genutzt werden kann, erachte ich daher als verkaufsfördernd.

Ebenfalls vermisse ich in der Artikelbeschreibung die Aufbauanleitung. Wie Hornbach und Hellweg hat z.B. der Rossmann Online-Shop die Vorteile erkannt und verwertet die Aufbauanleitung als kostenlosen Content und Mehrwert. Dieses Vorgehen hat für den Shop und den Kunden Vorteile.

Das Bild zeigt die URL von rossmannversand.de und einen Teil einer Aufbauanleitung

Quelle: rossmannversand.de
Aufbauanleitung als Mehrwert

Optimal wäre neben den schlichten Aufzählungen von Produkteigenschaften ein emotionaler und persönlich ansprechender Verkaufstext. Mehr Emotionen bzw. Anwendungsbeispiele wären auch bei den Bildern wünschenswert. Auf dem Spielturm „mit Rutsche“ sind z.B. keine Kinder abgebildet und bei der Version mit „Doppelschaukel“ findet eben auf dieser Schaukel keine Nutzung statt bzw. ist sie nicht präsent im Bild. Der sitzende Junge mit dem „Gut und Günstig“-Saft und das rollerfahrende Mädchen hätten sicherlich eine bessere Position einnehmen können.

Dahingehende Verbesserungsvorschläge sprengen an dieser Stelle den Rahmen. Mein Fokus liegt auf dem Content, welcher vom Hersteller bereits kostenlos zur Verfügung steht und gewinnbringend mit wenig Aufwand eingebunden werden kann.

 

Fazit und Empfehlung für den Spielturm

Im Bezug auf die Spieltürme und andere Produkte ist mir deutlich mehr aufgefallen, die aufgegriffenen Kritikpunkte sollen im Kern aber nur zwei Punkte aufzeigen.

1) Da auf verschiedenen Plattformen mit verschiedenen Angaben (geringe Abweichungen) und Lieferzeiten gearbeitet wird, muss ein Produkt Verwalter/Owner/Manager klarer im Konzern benannt werden. Anders lassen sich Synergien und Fehlerreduzierungen nicht verwirklichen.

2) Zurück zum Katalog. Die Problematik der aufgeteilten Artikel habe ich bereits angesprochen. Die im Katalog gebündelte Anzeige wird im Shop aufgerissen und auf möglichst viele Einzelprodukte aufgeteilt. Offensichtlich bestehen aber nicht die Ressourcen, diese Masse an einzelnen Artikeln zu pflegen und im Verlauf Offpage zu optimieren bzw. in Social Media Kanälen zu verbreiten. Meine Empfehlung ist die Vereinigung zu einer „großen Produktseite“ pro Produktserie.

Die Artikeldarstellung aus dem Katalog kann ähnlich auf den Shop übertragen werden. Der Besucher kann über Auswahlmöglichkeiten (Button, Menüs)  seine Erweiterung auswählen. Ähnlich wie bei der Automobilkonfiguration könnten weitere Produkte wie Strickleitern, Klettergriffe, Ferngläser, Flaggen, Fallschutzmatten, Dachpappen, Einschlageisen, Farben usw. mit verkauft werden. Gerade bei Produkten mit einer planbaren Nachfrage, welche über mehrere Jahre im Programm bleiben, kann dem Besucher ein Einkaufserlebnis geboten werden, welches gleichzeitig einen höheren Umsatz pro Bestellung beschert. Ein Produktmanager pflegt und erstellt die Inhalte, erweitert die Darstellung um Aufbauanleitungen und nützliche Informationen für alle Konzernauftritte.

Neben den direkten Vorteilen entsteht Content, welcher zumindest die Chance auf eine natürliche Verlinkung hat. Auch Seo-Maßnahmen können eher zentriert wirken, als dass, wie in diesem Fall, vier Unterseiten gestärkt werden müssen.

Auf diese neue Basis können neue Funktionen aufgesetzt werden (z.B. wie sieht das Produkt in folgender Farbe aus – Auswahl aus allen Holzlacken) oder die verstärkte Einbindung von Kunden (Video von Deinen Kindern auf dem Turm) angeregt werden. Shops brauchen Hotspots in ihrem Portfolio.

Alternativ müssen die Spieltürme einer Serie (nebst Zubehör)  zumindest passend, selbsterklärend und gut sichtbar vernetzt werden. Aktuell erfolgt dies nicht (baumarktdirekt.de, gartenhelden.de) oder unzureichend bis fehlerhaft (otto.de, hagebau.de).

In jedem Fall muss verhindert werden, dass ein Produkt mit fehlerhafter Beschreibung auf der Startseite prominent beworben wird.

 

2. Gartenhelden – der frische Ableger

Laut Case-Study (hier bestellbar) der umsetzenden Agentur dotSource GmbH ist gartenhelden.de als Social-Commerce-Plattform (Interaktion bleibt auf der Domain – nicht FB usw.) gedacht. Ein verständlicher Grundgedanke, auf den aktuell viele Shops setzen wollen, und zu dem von Agenturen dazu ermutigt wird. Seit 2011/2012 in dieser Form leider ohne Aussicht auf Erfolg. Wie ist der aktuelle Stand bei den gartenhelden.de?

Der Spielturm mit Rutsche hat eine positive Bewertung erhalten

Quelle: gartenhelden.de
Bewertung für einen Spielturm

Bei der kurzen Durchsicht konnte ich im Shop nur eine einzige Produktbewertung finden – welche dazu nur aus einem „Sterne Rating“ besteht. Eine rege Interaktion im „Ratgeber Blog“ findet ebenfalls nicht statt.

Dennoch basiert die Standard-Artikelsortierung auf „Bewertung -> Beliebtheit absteigend„. Dies führt dazu, dass „Beliebtheit aufsteigend“ und „Beliebtheit absteigend“ die identischen Resultate liefert.

Das Bild weißt auf ein Problem bei der Artikelsortierung hin.

Quelle: gartenhelden.de
Die Sortierung „aufsteigend“ und „absteigend“ führt zum identischen Ergebnis

Entsprechend leicht kann von externer Seite auf die Sortierung im Shop Einfluss genommen werden.

Eine Bewertung veraendert die Produktsortierung fuer die Kunden

Quelle: gartenhelden.de
Eine Bewertung verändert die Produktsortierung

Durch eine von mir getätigte Bewertung (Sterne Rating) wird das bewertete Produkte an die erste Stelle der Kategorie „Gartenmöbel -> Gartenmöbel-Sets“ (160 Produkte) verschoben.

 

2.1 Social-Media Einbindung

Die Shopprodukte/Artikelseiten haben keine Liken oder Teilen Buttons, lediglich in den Produktkategorien befindet sich oberhalb der Social-Links die Möglichkeit zu Liken und zu Teilen. Sofern die Zähleranzeige stimmt, finden die Buttons an dieser Stelle keinen Anklang, dies wird auch so bleiben, da es aus Nutzersicht unüblich ist, eine Produktkategorie zu empfehlen. Möchte man bessere Ergebnisse erzielen, müssen die Artikel selbst mit Button/Aufforderungen ausgestattet werden. Grundsätzlich sollten die Buttons graphisch anders gestaltet und präsenter dargestellt werden.

Liken und Teilen von einer Kategorie mit dem Thema "Markisen".

Quelle: gartenhelden.de
Liken & Teilen

Ganz nebenbei – die Spaß-Comics aus der oben genannten Kategorie sollten überdacht werden. ;-) In diesem Zuge sollten auch Alttexte wie „Räuber enttarnt ohne Markise“ und Bildergrößen von bis zu 309,81 KB reflektiert werden.

2.2 Weitere Produkte

Der Shop gartenhelden.de lädt alle Artikelansichten dynamisch nach, sodass der Besucher nicht manuell blättern muss. Ich würde diesen „frischen“ Weg der vollständigen Artikelanzeige verlassen und auf bekanntere Elemente zurückgreifen. Der automatische Scrollvorgang liefert zwar einen gewissen Komfort, wird aber oft nicht verstanden und behindert den Besuch des Footers. Möchte ein mobiler Besucher z.B. Kontakt aufnehmen, wird er bei einer Kategorie mit vielen Produkten frustriert abbrechen. Der Browser springt um und verhindert so, dass der Besucher an die Kontaktinformationen kommen kann. Als Muster dient die Kategorie Gartenmöbel-Sets„.

Weitere Baumarktartikel werden automatisch im Shop geladen - der Besucher muss keinen Button drücken

Quelle: gartenhelden.de
Weitere Baumarktartikel werden automatisch geladen

 

2.3 Shop „Reiter“

Der Reiter „Shop“ leitet nicht auf eine reine Produktauswahl sondern verweist als Homebutton auf die Startseite. Wenn der Besucher sich für eine Shopkategorie entscheidet, sollten ablenkende bzw. weiterführende Elemente die Entscheidung nicht in Frage stellen.

Der Reiter "Shop" führt zur Startseite und zeigt nicht nur Baumarktartikel

Quelle: gartenhelden.de
Der Reiter „Shop“ führt zur Startseite

 

2.4 Auswahl und Bilddarstellung

Steht auf einer Artikelseite ein Auswahlmenü zur Verfügung, muss dies so einfach und selbsterklärend sein wie nur irgend möglich sein. Jeder Klick, jedes Probieren und jede Überlegung birgt ein direktes Absprungrisiko.

Als Artikelbeispiel habe ich eine Markise aufgegriffen.

Nur bestellbare Kombinationen sollten angezeigt werden. Die Farbauswahl sollte sich direkt auf das Artikelbild der Markise auswirken

Quelle: gartenhelden.de
Die Auswahl nebst Farbanzeige sollte verbessert werden

Einige Konstellationen sind zwar kombinierbar, aber nicht bestellbar und sollten daher ausgeblendet werden, bzw. sollten die Auswahlpunkte gegeneinander abgeglichen werden. Wird ein Auswahlmenü betätigt, sollte das zweite Menü nur verfügbare Möglichkeiten anzeigen.

Als Vorbild könnte hier Hornbach dienen. Der Interessent kann über Breite oder Ausladung einsteigen und der Shop gibt die jeweiligen anderen Möglichkeiten vor.

Das Auswahlmenü zeigt nur bestellbare Kombinationen (der Markise) an

Quelle: hornbach.de
Nur bestellbare Kombinationen werden angezeigt

 

Bei geringen Kombinationsmöglichkeiten vereinfacht eine Darstellung wie bei obi.de die Auswahl.

Als Muster wird eine einfache Groessenauswahl gezeigt

Quelle: obi.de
Eine einfache Lösung bei der Größenauswahl

 

Neben der Größenauswahl steht auch die Farbauswahl (blauer Hinweis auf dem Bild) zur Verfügung. Wird die Farbauswahl betätigt, muss die Markise in der ausgewählten Farbe automatisch präsentiert werden. Ein kleines Farbmuster, welches separat ausgewählt werden muss, reicht nicht und verhindert eine Bestellung.

 

2.5 Dateigrößen standardisieren

Die gewählte Musterdatei hat eine Dateigröße von 793,05 KB. Dateigrößen müssen in standardisierten Verfahren bestmöglich verkleinert werden, ohne das Einkaufserlebnis zu benachteiligen.

Das Bild zeigt eingepflanzte Kartoffel. Für einen Shop ist die Dateigröße zu groß

Quelle: gartenhelden.de
Große Dateigröße

2.6 Klare Benennung

Das Bild zeigt auf eine unklare Beschreibung

Quelle: gartenhelden.de Unklare Beschreibung

„Beitrag unseres Experten zum Thema Allgemein.“

„schreibt seit Jahren für verschiedene Blogs und Internetportale über Themen

Der technische Hintergrund, welcher zu dieser Darstellung führt, ist bekannt, aber diese Floskel sollte so nicht stehen bleiben.

Es sollten echte Informationen hinterlegt oder auf die Textblöcke verzichtet werden.

Nebenbei handelt es sich um eine Expertin. ;-)

 

2.7 Zum Produkt die passende Kategorie anlegen

Sobald eine auf Kategorien basierte Navigation angeboten wird, muss die Produktzuordnung sinnvoll erfolgen.

Ein Interessent wird Produkte wie Tischtennisplatten oder Fußballtore nicht unter „Gartengeräte > Gartengerätezubehör“ vermuten.

Tischtennisplatten werden in der Kategorie für Gartengerätezubehör angeboten

Quelle: gartenhelden.de Tischtennisplatte in der Kategorie Gartengerätezubehör

In der identischen Kategorie befindet sich z.B. auch Zubehör für die Marke Kärcher. Grundsätzlich passend aber aus meiner Erfahrung macht es mehr Sinn, Produkte einer Marke möglichst nah zu präsentieren. Aufgrund der geringen Produktanzahl könnte das Kärcher-Zubehör auch Platz in der Kategoerie „Gartengeraete > Hochdruckreiniger finden oder neu unterhalb von „Gartengeraete/Hochdruckreiniger > Hochdruckreinigerzubehör“ angesiedelt werden.

Rasensaat bzw. Dünger würde ich ebenfalls nicht unter dem Hauptreiter Gartengeräte vermuten.

 

3. Seo / Sichtbarkeit bei Google

Verteilt auf mehrere Tools habe ich 100 willkürliche Baumarktbegriffe auf ihr Google Ranking verglichen. Bei diesem Testbericht habe ich Hagebau, Obi, Amazon und Hornbach einander gegenübergestellt. Den Wettbewerb konnte Hagebau nur in zwei Fällen und diese auch nur temporär für sich entscheiden. Bei einigen Produkten besteht nur ein geringer Abstand, bei den meisten verglichenen Artikeln besteht allerdings ein sehr deutlicher Unterschied zu den vorderen Plätzen. Hier liegt ein sehr großes ungenutztes Potenzial.

Baumarkt Begriffe ( Keys ) im Google Ranking Vergleich

Quelle: onpagedoc.com
Hagebau, Obi, Hornbach und Amazon im Vergleich

Erschwerend kommt hinzu, dass die Mitbewerber bei der AdWords Buchung ebenfalls sichtbarer sind. Schafft es hagebau.de unter die Top3 der organischen Suche wie beim Muster „Online Baumarkt“, so schiebt sich selbst otto.de durch die AdWords Buchung vor.

Auszug aus den Google Suchergebnissen. Gesuchter Begriff lautet "Online Baumarkt"

Quelle: google.de
Gesuchter Begriff „Online Baumarkt“

Dass otto.de und hagebau.de bei vielen Begriffen gleichzeitig Anzeigen schalten, ist verständlich und sinnvoll – auch wenn sie damit gegenseitig den Preis nach oben bewegen. Bei meiner kurzen Durchsicht befanden sich die otto.de Anzeigen fast ausschließlich im Vordergrund bzw. wurde in vielen Fällen nur für otto.de eine Anzeige geschaltet.

Google Anzeige für zwei Baumarktbegriffe

Quelle: google.de
otto.de steht bei der AdWords Buchung vor hagebau.de

Dies ist nicht immer zweckführend – beispielsweise schaltet nur otto.de zum Suchbegriff „Regenfasspumpe“ eine Anzeige. Hagebau führt allerdings eine beliebte Gardena Pumpe im Programm und hätte mehr Chancen zum Abverkauf.

Während sich otto.de und hagebau.de öfter gegenüber stehen, gibt es auch gänzlich weiße Flecken. Bei den folgenden willkürlich ausgewählten Suchbegriffen gibt es weder organische Treffer auf der ersten Seite noch geschaltete Anzeigen.

Schubkarre, Heizkörper, Kaminofen, Fliesenschneider, Schleifpapier, Bolzenschneider, Diamanttrennscheibe, Rasenmähroboter, Multifunktionswerkzeug, Entfernungsmesser und Fahrradbox
Zu all den Suchbegriffen führt sowohl otto.de als auch hagebau.de passende Produkte (1 bis viele), aber die Sichtbarkeit wird gänzlich den Mitbewerbern überlassen. Natürlich kann nicht jeder Suchbegriff gewinnbringend verwertet werden, aber es dürfte einige Lücken zu schließen geben. Ziel einer optimierteren Zusammenarbeit sind geringere Ausgaben, mehr Verkäufe und das Schließen von weißen Flecken bzw. die Verhinderung, den Mitbewerbern den Suchbegriff gänzlich zu überlassen.

 

Woher kommt die geringe Sichtbarkeit? Ein wichtiger Faktor ist die geringe Anzahl und insbesondere die Qualität der eingehenden Links. Noch deutlicher wird dies bei baumarktdirekt.de und gartenhelden.de. Neben zwingenden Anstrengungen neue/bessere Links zu erhalten, sollten aus dem Linkbilding im vergangenen Jahr einige Links wieder entfernt werden.

Eine besondere Problemstellung liegt in der Unabhängigkeit der Märkte. Die Märkte präsentieren sich auf separat beworbenen Domains, wodurch die entsprechend eingehenden Links nicht direkt dem Internetauftritt hagebau.de  zur Verfügung stehen. Dies hat auch den Nebeneffekt, dass der per Google Suchende mehrere „Jobbörsen“ oder „Hagebau Online Shops“ vorfindet.

Die_Domain_birgt_die_Gefahr_einer_Verwechslung_im_Baumarktshop

Quelle: hagebaumarkt-shop.de
Für den Besucher (über Google) ist die Einordnung von dieser Shop-Seite nicht leicht

Die Online Auftritte der neun in der nähren Umgebung liegenden Märkte habe ich überflogen. Direkt fällt auf, dass keine der Seiten dem aktuellen Stand entspricht bzw. wiederholt bereits auf der Startseite handwerkliche Fehler und/oder veraltete Informationen präsentiert werden. Der Großteil der Besucher wird den Unterschied zwischen z.B. hagebaumarkt-shop.de und hagebau.de nicht kennen, entsprechend besteht Verwechslungsgefahr. Besonders problematisch wird es allerdings, wenn die Märkte beginnen, das Internet wahrzunehmen und sich optimiert präsentieren. Mit vielen Keywörtern könnten sie hagebau.de (ungewollt) leicht überholen.

Dass dies geschieht, ist eigentlich unumgänglich, da hagebau.de den Märkten in den Suchergebnissen bereits Konkurrenz macht. Für mit Märkten bestückte Ortschaften wie Hamburg, Uetersen, Rellingen, Schwarzenbek, Tostedt, Bad Oldesloe, Adendorf, Bad Segeberg, Lüneburg, usw. schaltet hagebau.de AdWords Anzeigen zum Key „Baumarkt [Ort]“. Der Suchende möchte lokal einkaufen bzw. sich über Öffnungszeiten, Telefonnummern oder Adressen informieren – zielführend wäre der Deeplink zum Baumarktprofil „hagebau.de/store/[Markt ID]„. Die gebuchten AdWords Anzeigen führen allerdings auf die Startseite hagebau.de und damit auf den Onlineshop. Möchte der Markt „seine“ relevanten Suchenden erreichen, muss der Markt selbst Anzeigen schalten oder in die Optimierung des eigenen Auftrittes einsteigen. Denkt man dies weiter, entstehen einige Probleme und Massen an doppeltem Content.

Lösungsansätze führen an dieser Stelle zu weit. Klar ist, dass heute Potenzial und Links verloren gehen. Wenn hagebau.de den Märkten nicht per SEO und SEA in der regionalen Suche hilft, müssen die Märkte selbst handeln, was zu weiteren Problemen führt. 20 weitere Domains wie „hagebaumarkt-shop.de“ führen nicht zur Marken- und Imagepflege.

Da Hagebau über „Hagebau-IPP“ direkten Zugang zu vielen Angeboten hat, dürften durch ein entsprechendes Konzept alle Beteiligen profitieren bzw. alle ihre Sichtbarkeit erhöhen. Zu Beginn könnte die mobile Darstellung der Märkte sichergestellt werden.

 

Nebenbei ist mir beim Besuch der Marktseiten aufgefallen, dass Tippfehler-Domains wie hagebau-markt.de, hage-baumarkt.de usw. in den Konzern integriert werden sollten.

 

4.0 Fehlersuche auf den Plattformen

Verbesserungen bei der Fehleranalyse werden am besten durch den Einsatz von Onpage Tools und festgelegten Prüfroutinen erzielt.

Für die Notwendigkeit habe ich den folgenden Fehler aufgegriffen. Bei der Schreibweise eines Links ist ein Tippfehler unterlaufen – aus „o“ wurde „u„.

Im Link zur Baumarkt-Community befindet sich ein Tippfehler

Quelle: hagebau.de
Tippfehler im Link

Dabei geht es mir nicht um den Tippfehler sondern darum, dass dieser Fehler nicht auffällt. Der Tippfehler führt zu einem defekten Link, wodurch eine Fehlerseite produziert/aufgerufen wird. Diese Fehler(Seiten) müssen händisch oder mit Tools überprüft werden. Ich habe diesen Fehler ausgewählt, da der Fehler unverändert seit mindestens Dezember 2010 besteht.

Bild 2/2 - Tippfehler im Link zur Baumarkt-Community

Quelle: archive.org / hagebau.de
Tippfehler im Link – Teil2

 

Kurzes Fazit

Ein Text in dieser Form kann natürlich nur einen ersten kleinen Abriss von einigen Punkten aufzeigen. Persönlich hege ich große Sympathien für Hagebau und würde mich freuen, hagebau.de öfter in den Suchergebnissen anzutreffen!!

Ohne eine starke Offpage-Strategie wird ein Aufschließen an die Spitze allerdings nicht funktionieren. Ein Risiko stellen auch Plattformen wie bauhaus.infohellweg.deglobus-baumarkt.de und toom-baumarkt.de dar, welche bisher keine großen Anstrengungen unternommen haben, aber durchaus bekannt sind. Kurzfristig könnten auch ungewollte Überraschungen  von z.B. screwfix.de oder home24.de kommen.

Onpage besteht eine solide Basis bzw. ein Potenzial, welches bisher noch lange nicht erschlossen ist.

 

So Oliver – ich hoffe, ich konnte für kleine Denkanstöße sorgen. :-)

Ich freue mich auf unser nächstes Treffen.

 

Bitte ➥Danke ♥

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