„7.000 Partnerprogramme im Blick“ Karsten Windfelder im Interview

Posted on Okt 14 2014 - 6:03pm von Lars

Hallo Karsten,

wer sich mit Affiliate Marketing auseinandersetzt, wird auf Deinen Namen und das bekannte Portal

Portraitfoto von Karsten Windfelder. Karsten trägt ein weisses Hemd und einen dunklen Anzug. Sympathisches Laecheln.  Quelle: karsten-windfelder.de

Karsten Windfelder im Interview.

100partnerprogramme stoßen. Seit nun gut 11 Jahren bist Du für Merchants und Affiliates eine feste Größe, mit welchem Gedanken bist Du damals gestartet und zu was hat sich die Plattform heute entwickelt?

Als ich 2002 nebenberuflich damit begann, ein paar kleine Affiliate-Websites aufzubauen, kam mir die Idee, die Partnerprogramme selbst in einem Verzeichnis zu ordnen. Mein Ziel war, 100 Partnerprogramme zu testen und vorzustellen. Inzwischen sind es über 7.000 Programme geworden und wir stellen jeden Monat Listen mit den besten 100 Partnerprogrammen und den Top-100 Neustarts der letzten 6 Monate zusammen. So haben wir zumindest den Bogen zum Namen der Website wieder gezogen ;-)

Haushaltsfee.org schafft Substanz.

Karsten, wir stehen seit kurzem im intensiven Austausch bezüglich Eures neuen Familienprojekts

Logo der Internetseite Haushaltsfee.org. Schriftzug ist Zweifarbig. Comicfigur mit Staubsauger und Staubwedel.

Logo von Haushaltsfee.org

HaushaltsFee.org. Obwohl Dir die Türen der Vermarktung offenstehen und Du die Kniffe der Affiliates kennst, hast Du Dich für einen Verkauf von eigenen digitalen Produkten entschieden. Wie kam es zu der Entscheidung und womit möchtest Du Deine Besucher überzeugen?

Lars, an dieser Stelle erst einmal ein ganz großes Dankeschön für Deine Hilfe. In Sachen Shop-Optimierung hast Du uns schon den einen oder anderen Kniff verraten und des öfteren dafür gesorgt, dass meine To-Do-Liste immer länger wird.

Zur Haushaltsfee-Website führten uns zwei Überlegungen. Zum einen ist unser Affiliate-Portal ein reines B2B-Projekt und wir wollten einmal in die B2C-Welt reinschnuppern, die ja in der Regel eine größere Zielgruppe umfasst.
Zum anderen reizte uns die Vorstellung, ein digitales Produkt anzubieten. Mit hohem Zeit- und Kostenaufwand am Anfang, aber nach oben praktisch offenen Abverkäufen, ohne großartige weitere Kosten in der Zukunft.

Und dazu hat sich das Produkt Checkliste bei uns angeboten. Seit vielen Jahren führen wir für viele Tätigkeiten im privaten Bereich wie auch bei der Büroorganisation Checklisten. So organisieren wir die Hausarbeit, planen die Mahlzeiten der nächsten Tage und behalten einen Überblick über unsere Ausgaben und Ersparnisse. Wir haben perfekte Listen für die Urlaubsplanung, auch spezielle Listen z. B. für Urlaub mit dem Kleinkind, Wanderurlaub, Flugreise, Urlaub mit dem Auto etc.

Die Checklisten sind aufwändig recherchiert und aufgrund eigener Erfahrungen sehr präzise. Das Kundenfeedback ist durchweg positiv und gerade gestern hatten wir eine Kundin, die nach einer ersten Testbestellung am gleichen Tag noch zwei weitere Checklisten heruntergeladen hat.

Heute ein Partnerprogramm starten?

Wir beide kennen die Zeit, bevor Google AdWords auf den Markt kam, WordPress noch b2 hieß und Texte nicht Textbroker.de entsprungen sind. Heute lerne ich immer mehr Personen kennen, welche noch nie eine Alternative zu diesen drei Verbindungen verwendet haben.
Wie würdest Du jemanden überzeugen, mal ein Partnerprogramm auszuprobieren?

Die Chance, erst in 2014 ein Partnerprogramm zu starten, hat Vor- und Nachteile. Zum einen können Merchants auf die Erfahrungen aus mehr als einem Jahrzehnt Affiliate-Marketing zurückgreifen und Fehler von Anfang an vermeiden. Andererseits sind viele Claims bereits abgesteckt und es ist mit viel Aufwand und Kosten verbunden, z. B. das 250. Handy-Partnerprogramm am Markt erfolgreich zu platzieren.
Wer eine bisher unbesetzte Nische beackert, hat es entsprechend leichter. Aber auch hier sollte bedacht werden, dass das Partnerprogramm nicht von alleine läuft, nur weil man es gestartet hat.
Wenn die ersten Affiliates aber aktiv geworden sind, kann man sich über das Mehrgeschäft freuen.

Merchants müssen eine ehrliche Kommunikation pflegen

Auf Seite der Merchants sehe ich oft wenig bis keine Anstrengung bei der Affiliate Gewinnung, Betreuung und Bindung – teilst Du diese Sicht? Dass Affiliate-Netzwerke zur Erleichterung und Sicherheit als Bindeglied verwendet werden, ist verständlich, die persönliche Betreuung, Motivation und Schulung sollte dagegen aktiv vom Merchant selbst betrieben werden. Gerade in Deutschland sehe ich große Defizite und verschenktes Potenzial. Warum wird dieser Vertriebskanal so wenig und passiv genutzt?

Deine Einschätzung kann ich bestätigen. Ich denke, das liegt daran, dass viele Merchants einmal vom Affiliate-Marketing hören, man könne „seine Affiliates die Arbeit machen lassen“ und schließen daraus, es liefe von allein. So ist es aber nicht. Ein Partnerprogramm muss ein gut durchdachtes Provisionsmodell haben, eine ehrliche Kommunikation pflegen, einen schnellen Service anbieten und nicht zuletzt natürlich ein Produkt haben, welches am Markt interessant ist.
Affiliate-Agenturen können hier in Sachen Planung und Betreuung des Partnerprogramms wertvolle Arbeit leisten.

Was ist aus Deiner Sicht das nächste „große Ding“ im Internet allgemein und speziell im Affiliate Marketing?

Reale Welt und Internet werden weiter zusammenwachsen. Nachdem das Netz uns heutzutage schon unterwegs überall per Smartphone zur Verfügung steht, wird es nun Einzug in unsere Haushaltsgeräte halten. Dies ist allerdings ein Gedanke, der Angst macht. In letzter Konsequenz bekommen wir dann lokale Google Ads präsentiert, wenn wir das Thermostat regeln wollen und die NSA sitzt im Rauchmelder im Schlafzimmer.
Im Affiliate-Marketing ist es endlich an der Zeit, die Customer Journey des Kunden sauber abzubilden und für beteiligte Affiliates nachvollziehbar, transparent und fair zu vergüten. Affiliate-Netzwerke überbieten sich seit Jahren in Diskussionsrunden auf Marketing-Konferenzen, dass sie dies könnten. Leider mangelt es noch immer an der Umsetzung. Wenn nach dem alten „Last-Cookie-Wins“-Schema Coupon-Publisher die komplette Provision abgreifen und Content-Publisher – die den Kunden erst zum Merchant geführt haben – leer ausgehen, ist eine rasche Lösung von Nöten.

Karsten, ich danke Dir für das Interview und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg mit 100partnerprogramme.de.

Bitte ➥Danke ♥

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